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Die Abtei Truttenhausen, westlich von Heiligenstein und teilweise auf dem Gebiet von Obernai gelegen, wurde um 1186 von der Äbtissin Herrade von Landsberg gegründet, die bereits das Kloster Hohenbourg (Mont Sainte-Odile) leitete. Ihr Ziel war es, Pilger aufzunehmen und in Zusammenarbeit mit den Prämonstratensern von Saint-Gorgon Gottesdienste abzuhalten. Zu der Anlage gehörten eine der Jungfrau Maria geweihte Kapelle, eine Klosterkirche, ein Hospiz, ein Krankenhaus und ein Bauernhof. Heute sind nur noch Säulchen aus dem 12. Jahrhundert und Überreste der 1467 wiederaufgebauten Kirche erhalten. Die Verwaltung der Abtei wurde den Augustinern von Marbach anvertraut, deren zwölfköpfige Gemeinschaft sich im Wechsel mit den Prämonstratensern von Saint-Gorgon um den Gottesdienst kümmerte. Herrade von Landsberg beaufsichtigte den Bau der Gebäude zwischen 1186 und 1190 und schuf damit ein religiöses und karitatives Zentrum an der Pilgerstraße. Die Abtei erlebte bis ins 15. Jahrhundert eine Blütezeit, bevor sie im 15. und 16. Jahrhundert durch Kriege und Brände verwüstet wurde. Nach wiederholten Plünderungen verließen die Ordensbrüder den Ort 1555 endgültig. Im Jahr 1467 begann Prior Jean Tulmann mit dem Wiederaufbau der Kirche, der 1490 abgeschlossen wurde; davon sind heute nur noch der Portalturm und die Mauern des Kirchenschiffs erhalten. Die Abtei wurde 1525 während des Bauernkriegs geplündert und im folgenden Jahrhundert von den Armagnacs zerstört. Ihre Ruinen, die 1648 von der Familie von Landsberg erworben wurden, gehören seit 1800 der Familie von Turckheim, die für deren Erhaltung sorgt. Das von einem englischen Garten umgebene Gelände steht seit 1984 teilweise unter Denkmalschutz.
Samstag 19/09/2026 de 09:00 à 18:00
Sonntag 20/09/2026 de 09:00 à 17:00
Abbaye de Truttenhausen
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